Termine & Neuigkeiten
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++Wangener Kulturnacht
Freitag, 6. August 2010
19.15 Uhr und 20.00 Uhr
Wangen, Giebelsaal der BadstubeMakaber !!!
(Minidramen)
* "Terroristen" von Andreas Schibler
* "Treib-Gut" von Eva Ruch
* "Ein Glas Wasser" von Hajo Fickus
* "Thema verfehlt" von Reinhard Böhm
* Titanic-Szenen von Hans Magnus Enzensberger
Unter dem Motto „Makaber !!!“ präsentiert die Theatergruppe Kiesel als Beitrag zur 8. Wangener Kulturnacht diesmal eine Reihe von Kurzstücken von nur wenigen Minuten Dauer. Vorlagen für die grotesk-bizarren Minidramen sind zum einen Texte der Kiesel-Mitglieder Reinhard Böhm und Hajo Fickus über ein in Psycho-Stress umkippendes Vorstellungsgespräch („Thema verfehlt“) oder über einen überengagierten Gefängniskoch („Ein Glas Wasser“). Fickus präsentiert daneben solistisch einen Text der Kemptener Autorin Eva Ruch über die Entsorgung eines mysteriösen Sacks („Treib-Gut“) und zusammen mit Reinhard Böhm und Monika Schüler das Kurzstück „Terroristen“ des Schweizer Autors Andreas Schibler, das bei den diesjährigen Theatertagen in Aarau mit einem Preis ausgezeichnet und dort von der Theatergruppe Kiesel uraufgeführt wurde; darin treffen ein General und ein Attentäter in einem Zugabteil zusammen. Ein weiterer Akteur wird Hartwig Kienast sein, der als fatalistischer Ingenieur und Portwein-Trinker einen Vorgeschmack auf das Stück „Der Untergang der Titanic“ geben wird, das als nächste große Produktion der Theatergruppe Kiesel im September in der Erba-Halle Premiere feiern wird.
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++Der Untergang der Titanic 
von Hans Magnus Enzensberger
Samstag, 11. September 2010, 20.00 Uhr (Premiere)
Sonntag, 12. September 2010, 20.00 Uhr
Freitag, 17. September 2010, 20.00 Uhr
Samstag, 18. September 2010, 20.00 Uhr
In der ERBA-Halle, Wangen im Allgäu (Spinnereistraße).
Mit
Hajo Fickus, Sara Gibson, Hartwig Kienast, Tilman Schauwecker, Monika Schüler und Angelina Weber
ONLINE-KARTENRESERVIERUNG
Apocalypse now?
und immer noch
und immer wieder
sinkt die titanic nieder
Der Name Titanic steht bis heute für den trügerischen Mythos vom unaufhaltsamen Fortschritt, nicht nur des technischen, auch des politischen und wirtschaftlichen, für das Beharren auf den alten Denkmustern und Konzepten, auch wenn sie von der Realität (aber was ist das, die Realität?) schon längst widerlegt worden sind, für den Glauben daran, dass nicht sein könne, was nicht sein darf.
und immer schneller
und immer bunter
geht die titanic unter
Enzensbergers als „Komödie“ bezeichnete Collage aus Fakten und Mythen, Gedichten und Nachrichten, Liedern und Bildern überspannt einen weiten Bogen vom Untergang des Luxusliners „Titanic“ während seiner Jungfernfahrt im April 1912 über die kubanische Revolution bis hin zum Deutschland der 70er Jahre und kann über Tschernobyl, den Untergang der realsozialistischen Welt und Nine-Eleven problemlos weitergedacht werden bis zur Wirtschafts- und Finanzkrise der Gegenwart, in der plötzlich der Bankrott ganzer Staaten und der Untergang ganzer Währungen möglich erscheint. Gleichzeitig ironisiert und kritisiert Enzensberger aber auch unsere Lust an der Katastrophe, den Weltuntergangskitsch, das wollüstige Suhlen in apokalyptischen Visionen, das zu einer rationalen Antwort auf die Probleme wenig beiträgt.
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