Die Kiesel-Chronik 1983 - 2010
1983 Holzapfelkrise
nach George MacBeth
Picknick im Felde
von Fernando Arrabalmit Hajo Fickus, Verena Geske, Renate Mair, Tilman Schauwecker, Monika Schüler, Bernhard Stengele und Anne Wolf 
Es begann alles im Mai oder Juni 1983 mit einer Anzeige im Wochenblatt: „Wer hat Lust, eine Laientheatergruppe für etwas anspruchsvollere Stücke zu gründen? Alter und Vorkenntnisse unwichtig.“
Unter der angegeben Telefonnummer meldete sich Hajo Fickus, den es über den Referendardienst nach Wangen verschlagen und der jetzt eine Lehrerstelle in Isny gefunden hatte. Nachdem nun also fest stand, dass er wirklich längere Zeit in Wangen „hangen“ bleiben würde, erinnerte er sich seiner Heidelberger Studententheatertage und suchte auf diesem Wege Gleichgesinnte. Schon bald begann die Kiesel-Urformation mit den Proben.
Am 25. November 1983 war es dann soweit: Unsere erste Premiere. Schauplatz der zwei friedensbewegten Einakter war schon damals die Kornhaus-Bücherei. Als Beleuchtung dienten ein paar Stehlampen, die Plakate nach Renate Mairs Entwurf hatten wir vorher eigenhändig im Linoldruck-Verfahren hergestellt. Aber der Anfang war gemacht; ein „gelungenes Debut“, urteilte die „Schwäbische Zeitung“. Weitere Aufführungen fanden in Weingarten und Isny statt.
In der „Holzapfelkrise“ symbolisierten wir Atombombenabwürfe durch fallende Argen-Kiesel; im „Picknick“ beklagte sich ein Soldat über die unmenschlichen Feinde, die den Gefangenen „Kiesel in die Stiefel [tun], damit es ihnen beim Marschieren weh tut.“ Irgendwie, irgendwann, irgendwo schlug deshalb irgendjemand „Theatergruppe Kiesel“ als Name für unsere neue Gruppe vor. Dabei blieb es.
""************************************************************************************1984 Porträt eines Planeten
von Friedrich Dürrenmattmit Heiner Deißinger, Hajo Fickus, Verena Geske, Jürgen Hollinger, Renate Mair, Tilman Schauwecker, Monika Schüler, Bernhard Stengele und Anne Wolf 
Dürrenmatts wenig bekanntes Endzeit-Stück, unsere zweite Produktion, sollte mit acht Schauspielerinnen und Schauspielern und einem Musiker für lange Jahre die Produktion mit den meisten Mitwirkenden bleiben.
Als beispielgebend für viele folgende Kiesel-Produktionen erwies sich zum einen die Stückauswahl außerhalb des gängigen Repertoires, zum anderen der (hier vom Autor vorgesehene, später oft von uns inszenierte) häufige Rollenwechsel der Akteure.
""************************************************************************************1985 Tango
von Slawomir Mrozekmit Reinhard Böhm, Hajo Fickus, Mia Kaiser, Renate Mair, Tilman Schauwecker, Monika Schüler und Bernhard Stengele 
Mit dem „Tango“, einem grotesken Familiendrama über Ordnung und Freiheit, wagten wir in jugendlich-naivem Größenwahn das Experiment einer Tournee: Nach Aufführungen in Wangen und der näheren Umgebung starteten wir im Sommer mit VW-Bus und mehreren anderen Autos eine 14-tägige Theaterreise, die uns über Freiburg, Offenburg, Heidelberg, Stuttgart und Frankfurt bis nach Bad Homburg führte. Geschlafen wurde, wenn überhaupt, bei Freunden oder direkt auf der Bühne. Eine chaotische, aber unvergessliche Zeit. In Erinnerung bleibt neben vielem anderen die feuchtfröhliche und durch bewaffneten Polizeieinsatz beendete Abschlussfeier in der Englischen Kirche in Bad Homburg.
Interessant war es auch, sich Zuschauern und Kritikern erstmals ohne „Heimspielbonus“ zu präsentieren, insgesamt durchaus mit großem Erfolg. Die „Lindauer Zeitung“ mäkelte zwar, dass wir den „kreativen Spielraum“ des Stückes nicht genügend genutzt hätten, der „Taunus-Kurier“ bescheinigte uns dagegen ein „lebendiges, facettenreiches Spiel“, während die „Südwest-Presse“ in Reinhard Böhm „den besten Akteur des Abends“ sah.
""************************************************************************************1986 Schule mit Clowns
von Friedrich Karl Waechtermit Reinhard Böhm, Hajo Fickus, Mia Kaiser, Tilman Schauwecker, Monika Schüler und Bernhard Stengele 
Nach drei Jahren mit eher absurd-zeitkritischem Theater stand uns der Sinn nach anderem: Mit Waechters „Schule mit Clowns“ fanden wir eine ideale Stückvorlage, um uns - u. a. in einem Wochenend-Workshop mit dem Clown Werner Dück - neue, körperbetontere Ausdrucksweisen zu erschließen. Das Stück um die vier chaotischen Clowns und ihren strengen „Unterweiser“ Dr. Sinn, der sich vergeblich bemüht, ihnen „Ortnunk, Tisziplin und Respekt“ beizubringen, kam bei Kindern und Erwachsenen gleichermaßen gut an und war einer unserer größten Publikumserfolge. Aufführungen gab es in Wangen, Isny, Unterweiler, Kißlegg, Biberach, Ravensburg, Weingarten, Friedrichshafen und Freiburg.
""************************************************************************************1987 ...und 13 Tage
Szenen, Texte und Lieder
von Boris Vianmit Reinhard Böhm, Hajo Fickus, Mia Kaiser, Tilman Schauwecker, Monika Schüler und Lothar Sonntag (Akkordeon) 
Mit dieser Produktion über den „Prinz von Saint Germain“ der 50er Jahre erfüllten wir uns den lange gehegten Wunsch, uns auch musikalisch auf der Bühne zu präsentieren; dank der geduldigen Hilfe des Musikers Lothar Sonntag gelang uns dies auch passabel.
Zum anderen war dies die erste unserer selbstgestrickten „szenischen Collagen“, eine Form, die sich im Laufe der Jahre mit unseren Programmen zu Brecht, Kafka und Eichendorff als eine Art Spezialität der Kiesel entwickelte.
Kritiker Rech empfahl zwar in der „Schwäbischen Zeitung“, Tilman solle seinen „gelegentlich kindlich-näselnden Tonfall ablegen“ (den er sich für manche Szenen mühsam antrainiert hatte), dafür schmeichelte uns der „Schwarzwälder Bote“, „mancher Profi-Gruppe voraus“ zu sein, während die Kritikerin der „Trossinger Zeitung“ angesichts einiger „gewagter“ Stellen titelte: „Wenn Alice das zu sehen kriegt, habt ihr einen Sexismus-Prozeß am Hals.“
""************************************************************************************1988 Das Ei
von Félicien Marceaumit Reinhard Böhm, Hajo Fickus, Susanne Mendrzyk, Uta Oehler, Tilman Schauwecker und Monika Schüler
Einen Ausflug ins Boulevardtheater, allerdings hier sowohl mit grotesken als auch mit gesellschaftskritischen Elementen vermischt, leisteten wir uns mit Marceaus „Ei“. Hajo spielte das sympathische Ekel Emile Magis, beruflich und erotisch zunächst ein völliger Versager, bis er die Regeln der Gesellschaft durchschaut und zu einem skrupellosen Meister der intriganten Durchsetzung seiner Interessen wird. Die anderen fünf Spieler teilten sich nicht weniger als 26 weitere Rollen.
""************************************************************************************1989 Striptease
Einakter, Sketche und Minidramen
von Konrad Bayer, Ludwig Thoma, István Eörsi, Karl Valentin, Gustav Ernst, Flann O’Brien, Ken Campbell, Franz Hohler, Matija Béckovic/Dusan Radovic, Heiner Müller, Harold Pinter, Francesco Cangiullo und Slawomir Mrozekmit Hajo Fickus, Tilman Schauwecker und Monika Schüler 
Der erste Teil des Abends präsentierte Minidramen unterschiedlichster Inhalte und Formen; die Palette der Kurzstücke von nur wenigen Minuten Dauer reichte vom kabarettistischen Sketch bis zum Absurden Theater, vom reinen Blödsinn bis zur beißenden Gesellschaftskritik.
Mrozeks absurder Einakter im zweiten Teil des Abends mit Tilman und Hajo als den zwei Herren, die sich unversehens in einem fremden Raum eingeschlossen finden, und Monika, die die aus der Wand heraus ragenden, keinen Widerspruch duldenden Gummihandschuhe bediente, war längere Zeit eines unserer Lieblingsstücke, das wir bis 1993 im Repertoire behielten.
""************************************************************************************1990 Inventuren
Hundert Jahre Deutschland in Zeitgedichten
von Otto Julius Bierbaum, Ludwig Thoma, Jakob van Hoddis, August Stramm, Erich Mühsam, Kurt Tucholsky, Bertolt Brecht, Paul Celan, Günter Eich, Wolfgang Borchert, Franz Josef Degenhardt, John Lennon/Paul McCartney, Wolf Biermann, Hannes Wader, Heiner Müller, Johannes Feige, Christoph Stählin, Margarete Hannsmann, Ernest Wicher und Konstantin Weckermit Hajo Fickus
Hajos Soloprogramm kam (noch unter dem Titel „Inventur“ im Singular) punktgenau am 2. Oktober 1990, am Vorabend der deutschen Vereinigung, auf die Kornhausbühne und wurde im Dezember mit leichten Änderungen in Isny wiederholt.
""************************************************************************************1990 Wie ein Auto funktionierte
von Alf Possmit Reinhard Böhm, Hajo Fickus, Silvia Fritsch, Alexander Pflug, Tilman Schauwecker und Monika Schüler
Vielleicht das von unseren Stücken, das sich am weitesten von herkömmlichen dramatischen Mustern entfernte, fast ein gesprochenes Oratorium oder ein schamanisches Ritual von Überlebenden einer untergegangenen automobilen Zivilisation. Die Zuschauer, die von einem eigens für diese Produktion beschafften, fahrbereiten Auto mitten in der Kornhaus-Bücherei überrascht wurden, amüsierten sich dennoch.
Am Jahresende steuerten wir Texte und Sketche zum Silvesterkonzert des Jugendblasorchesters in der Waldorfschule bei.
""************************************************************************************1991 Der Bau
nach Franz Kafkamit Hajo Fickus
Nachdem wir im Februar einen Ausschnitt aus Borcherts „Draußen vor der Tür“ zum Wangener Kulturabend gegen den Golfkrieg beigetragen hatten, hatte im September Hajos Kafka-Adaption „Der Bau“ Premiere. Er spielte ein dachsähnliches Tier, das mit allem Stolz des Hausbesitzers auf sein selbstgeschaffenes Labyrinth schaut, aber dennoch keinen Frieden findet. Die Inszenierung benutzte das gesamte Kornhaus-Erdgeschoss als Spielfläche und wurde dort 1993 wiederholt. 2003 inszenierte und spielte Hajo das Stück neu im Karlsruher Jakobustheater, 2004 nochmal im Wangener Kornhaus.
""************************************************************************************1992 Rotpeters Ausweg
nach "Ein Bericht für eine Akademie"
von Franz Kafkamit Hajo Fickus, Alexander Pflug, Tilman Schauwecker und Monika Schüler 
Unsere zweite Kafka-Produktion gruppierte einige selbst konzipierte Szenen um den Monolog des Mensch gewordenen Affen Rotpeter, der sich innerhalb von fünf Jahren die Durchschnittsbildung eines Europäers angeeignet hat. Ein Stück über Freiheit und Anpassung.
""************************************************************************************1993 Flüchtlingsgespräche, Flüchtlingsgedichte
Eine szenische Lesung mit Texten
von Bertolt Brechtmit Reinhard Böhm, Hajo Fickus,Tilman Schauwecker und Monika Schüler
Zu unserem 10-jährigen Jubiläum nahmen wir uns viel vor: eine Veranstaltungsreihe über 6 Monate hinweg mit Vorstellungen von fünf verschiedenen Produktionen.
Es begann mit der Brecht-Collage zur bis heute aktuell gebliebenen Flüchtlings- und Asylantenproblematik, die wir 1998 – zum hundertsten Geburtstag Brechts – wiederholten.
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Der Hausherr
von Botho Strauß
Striptease
von Slawomir Mrozekmit Reinhard Böhm, Hajo Fickus, Alexander Pflug, Tilman Schauwecker und Monika Schüler
Es folgte Mrozeks „Striptease“, diesmal kombiniert mit zwei Szenen aus einem Stück von Botho Strauß, mit dem wir uns 1991/1992 längere Zeit beschäftigt hatten, ohne eine Aufführung realisieren zu können.
Als dritte und als fünfte Produktion wiederholten wir unsere beiden Kafka-Stücke „Der Bau“ und „Rotpeters Ausweg“.
""************************************************************************************1993 Kiesels Irrenhaus
Szenen, Sketche und Minidramen aus 10 Jahren
von Franz Hohler, Franz Mon, Ken Campbell, F. K. Waechter, Wolfgang Deichsel, Woody Allan, Félicien Marceau, Botho Strauß und Boris Vianmit Reinhard Böhm, Heiner Deißinger, Hajo Fickus, Silvia Fritsch, Mia Kaiser (per Video), Renate Mair, Susanne Mendrzyk, Uta Oehler, Alexander Pflug, Tilman Schauwecker, Monika Schüler, Lothar Sonntag, Bernhard Stengele und Anne Wolf
Höhepunkt des Jubiläumsprogramms war die vierte Produktion, „Kiesels Irrenhaus“, eine witzig-groteske Szenenfolge aus Altem und Neuem, an der sich fast alle aktiven und ehemaligen Kiesel beteiligten.
""************************************************************************************1995 Requiem für einen Spion
von George Taborimit Hajo Fickus, Tilman Schauwecker und Monika Schüler
Wieder auf die Kerntruppe reduziert, erhielten wir überraschender Weise Anfang 1994 die Aufführungsgenehmigung für das erst wenige Monate alte Stück von Hajos Theaterhausheiligen George Tabori. Die Premiere musste dann allerdings auf Januar 1995 verschoben werden, so dass 1994 als bisher einziges Jahr seit unserer Gründung völlig ohne Kiesel-Aufführung blieb.
Wir benutzten für das „Requiem“ keine feste Bühne, sondern spielten auf den Kornhaustreppen, vor und im Fahrstuhl usw. Kritiker Rech bescheinigte uns eine „ausgezeichnete Aufführung“ des zwischen Agententhriller, Psycho-Farce und Melodram changierenden Stückes. Reinhard bediente diesmal die Technik.
""************************************************************************************1996 Totenfloß
von Harald Muellermit Reinhard Böhm, Hajo Fickus, Tilman Schauwecker und Monika Schüler
Muellers Apokalypse über eine Rheinfahrt durch ein atomar und chemisch verseuchtes Deutschland spielten wir zum 10. Jahrestag des Tschernobyl-Unglücks. Auch hier verzichteten wir auf die traditionellen Bühnenelemente und stellten uns ein Baugerüst als Spielfläche ins Kornhaus. Anne Wolf lieh uns ihre Stimme für die Lautsprecherdurchsagen.
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von George Taborimit Hajo Fickus und Monika Schüler
Taboris tragikomisches Stück über die fast wundersame Rettung seiner Mutter, die 1944 schon im Viehwagen unterwegs nach Auschwitz war, zeigten wir auf mehreren Festivals und 1998 dann – ein Höhepunkt unserer Gastspiel-Erfahrungen - auf Einladung der deutschen Schule Colegio Alemán in Barcelona.
""************************************************************************************1997 Der junge Gelehrte
von Gotthold Ephraim Lessingmit Hajo Fickus, Felix Jahn, Tilman Schauwecker, Monika Schüler, Axel Tenner und Cornelia Wucher 
Und wieder packte uns die Lust, mal „etwas ganz Anderes“ zu probieren; in Lessings Jugendwerk fanden wir eine noch sehr der Comedia dell’arte nahe stehende Komödie als Vorlage. Gut tat uns auch die Verjüngung der Truppe durch begabte Nachwuchskräfte, die leider – wie schon so oft – Wangen bald zum Studium etc. verließen. Immerhin hielt uns Felix Jahn trotz Heidelberger Physikstudium die Treue und wirkte in den Jahren 2000 und 2003 wieder an Produktionen mit.
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von Eugen Rugemit Hajo Fickus
Hajos zweites Solo-Stück zeigte ihn als einen in die Jahre gekommenen Altachtundsechziger, der sich auf ein Vorstellungsgespräch vorbereitet.
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Ein kleiner Kafka-Abend
nach Franz Kafkamit Mingus Ballhaus, Kyra Dautzenberg, Hajo Fickus, Tilman Schauwecker und Monika Schüler 
Nochmals ein Kafka-Stück, diesmal eine Collage aus frühen kurzen Texten, eher grotesk-komisch als düster-kafkaesk aufbereitet.
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von Boris Vianmit Kyra Dautzenberg, Hajo Fickus, Felix Jahn, Gertrud Maitz, Tilman Schauwecker und Monika Schüler
Ein altes Wunsch-Stück von uns, aus dem wir schon 1986 in unserer Vian-Collage Auszüge gespielt hatten: eine grotesk-absurde Familiengeschichte, deren Mitglieder langsam verloren gehen, während der Wohn- und Lebensraum immer weiter zusammenschrumpft. Nur das mysteriöse Schmürz bleibt.
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Ein Nibelungen-Duett
sehr frei nach Friedrich Hebbelmit Hajo Fickus und Monika Schüler 
Wieder mal ein Ausflug in die (fast) reine Komik, die auch vor dem Klamauk nicht ganz zurück schreckte: Hagen im Star-Wars-Outfit, Brunhild mit Trichter-BH und Siegfried als Möchte-gern-Superman.
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Die Panik der Clowns hinterm Vorhang
von Wolfgang Deichselmit Reinard Böhm, Hajo Fickus, Tilman Schauwecker und Monika Schüler 
Deichsels Stück besteht aus den künstlerischen und privaten Katastrophen einer Probe: Ein Clown-Duo kommt nach Jahren der Trennung wieder zusammen und probt, gemeinsam mit zwei Kollegen, zwei Stunden vor der Vorstellung den gemeinsamen Auftritt.
Unsere ausverkaufte Premiere fand diesmal am Silvesterabend 2002 statt.
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(Neuinszenierung)
nach Franz Kafkamit Hajo Fickus 
Neuinszenierung des schon 1991 und 1993 gezeigten Stückes für das Jakobustheater Karlsruhe. 2004 wurde es dann noch einmal im Wangener Kornhaus gezeigt.
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Eine szenische Collage
aus Liedern und Texten
von Joseph von Eichendorffmit Reinhard Böhm, Hajo Fickus, Felix Jahn, Tilman Schauwecker, Monika Schüler, Irene Wanner-Mitter, Meike Hinderberger (Tanz), Katja Klein (Violine)
und dem Vokalensemble des Oratorienchors Wangen unter Leitung von Adolf Wetzel
Und noch eine schöne Zusammenarbeit: Zur ersten Wangener Kulturnacht am 1. August 2003 präsentierten wir Zuschauern vor der malerischen Kulisse der Eselmühle ein Eichendorff-Programm - gemeinsam mit dem Vokalensemble des Oratorienchors, einer Musikerin, einer von der Theatergruppe Mugnog „ausgeliehenen“ Tänzerin und der technischen Unterstützung von Alfred Neumann. Dank der idealen Wetterbedingungen kamen über 1000 Zuschauer.
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zum 20-jährigen Bestehen der Theatergruppe Kieselmit Reinhard Böhm, Hajo Fickus, Felix Jahn, Tilman Schauwecker, Monika Schüler, Irene Wanner-Mitter, Meike Hinderberger, Johannes Schön, Walter Schautz, der Theatergruppe Mugnog, dem Vokalensemble des Oratorienchors Wangen und dem Jakobustheater Karlsruhe 
Unser Theaterfest zum 20-jährigen Jubiläum am 22. November in der Wangener Stadthalle bot ein vielfältiges Programm von uns und unseren Gästen und war ein voller Erfolg.
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Eine Fenstertheater-Performance
von Hajo Fickus
unter Verwendung von Texten von William Shakespeare, Franz Kafka u. a.mit Verena Becher, Fabian Bodenmiller, Reinhard Böhm, Hajo Fickus, Benjamin Geyer, Tina Hirsch, David Jäck, Tilman Schauwecker, Monika Schüler, Verena Wielath
und der Freiwilligen Feuerwehr Wangen im Allgäu
Auch an der zweiten Wangener Kulturnacht waren wir mit einem aufwendigen Programm, das Soundcollagen, Projektionen und Schauspiel miteinander verband, beteiligt. Schauplatz waren diesmal die Fassade und der Hof der Martinstorschule; überraschender und spektakulärer Höhepunkt war der Auftritt der Wangener Feuerwehr mit ihrer neuen Drehleiter.
Auch an der dritten Wangener Kulturnacht nahmen wir teil (August 2005), diesmal mit einer speziellen Open-Air-Version von "Cafè Hagen".
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von Bernard-Marie Koltèsmit Reinhard Böhm, Hajo Fickus, Tilman Schauwecker und Monika Schüler 
Auf allen vier Seiten der in die Kornhausmitte gerückten Bühnenelemente saßen diesmal unsere Zuschauer und erlebten so hautnah und intensiv eine Geschichte mit, die irgendwo auf einer französischen Baustelle in Afrika spielt. Ein schwarzer Arbeiter ist vom weißen Ingenieur Cal (Reinhard) umgebracht worden; er und der Baustellenleiter Horn (Tilman) versuchen den Mord zu vertuschen. Aber Alboury, Stammesbruder des Getöteten (Hajo, der sich zu Beginn vor dem Publikum als "Neger" schminkte), fordert die Leiche ein. Und dann gibt es auch noch die naiv-afrikabegeisterte Lèone, Horns Verlobte (Monika in "Boutique-Afrique"-Schuhen).
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von George Tabori
(nach Lessing)mit Simon Bongard, Male Deschler, Hajo Fickus, Markus Hochstrasser, Sabine Jäck, Tilman Schauwecker und Monika Schüler 
Ein für Kiesel-Verhältnissse großes Ensemble, bei dem uns ehemalige Mugnog-Schauspieler verstärkten, brachte Taboris Gegenentwurf zu "Nathan der Weise" nach 6-monatiger Probenarbeit auf die Bühne. Es wurde eine schauspielerisch sehr intensive Inszenierung, die mit Bildprojektionen und Videoeinspielungen (Technik: Armin Peter) Assoziationen zu heutigen "Glaubenskämpfen" herstellte. Ein düsteres und die Zuschauer forderndes Stück über ein aktuelles Thema, trotz des witzigen Vorspiels von Simon und Male. Häufiges Sonderlob erhielt diesmal Monika in einer zunächst überraschenden, aber wunderbar funktionierenden Besetzung als Patriarch.
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Ein kleiner Sommernachtstraum
frei nach Shakespearemit Fabian Bodenmiller, Hajo Fickus, Markus Hochstrasser, Armin Peter, Tilman Schauwecker, Monika Schüler
und den "Waldgeistern" Andy Braun, Corinna Braun, Pirmin Graf, Zoe Haug, Ian McKinney, Wiebke Ohmann, Lukas Pirtschke und Lukas Schuster
An der 5. Wangener Kulturnacht nahmen wir mit einer Eigenproduktion nach den Handwerkerszenen aus Shakespeares "Sommernachtstraum" teil; witzig und mit viel Selbstironie wurden Schauspielereitelkeiten und dilettantische Möchte-gern-Kunst auf die Schippe genommen. Wieder reizte uns die Neuentdeckung eines Spielortes, diesmal die Baumreihe zwischen Stadt- und Sporthalle. Eine neu und spaßige Erfahrung war auch die Einbeziehung einiger ganz junger (meist 11-jähriger) NachwuchsschauspielerInnen als Waldgeister.
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Faust-Szenen
von Johann Wolfgang von Goethemit Reinhard Böhm und Hajo Fickus
Auch im folgenden Jahr spielten wir zur Kulturnacht einen Klassiker-Verschnitt, diesmal aber mit kleiner Besetzung (Reinhard als Mephisto und Hajo als Faust) und drinnen, was sich angesichts des Regenwetters als gute Wahl erwies.
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von Robert Woelflmit Hajo Fickus, Tilman Schauwecker und Monika Schüler 
"Eine spannungsgeladene, eine beklemmende Atmosphäre" in einer "eigenwilligen Inszenierung" bescheinigte die Kritik diesem Psycho-Thriller, den wir zum 25-jährigen Jubiläum spielten. Vor allem das Einbeziehen der "Außenwelt" (durch die Fenster der Kornhaus-Bücherei) erregte Aufsehen.
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nach Franz Monmit Vera Aggeler, Reinhard Böhm, Male Deschler, Hajo Fickus, Anika Gruner, Sabine Jäck, Hartwig Kienast, Tilman Schauwecker und Monika Schüler 
Bei der 7. Wangener Kulturnacht präsentierten wir auf dem Alten Friedhof in Wangen diverse Versionen des Ministückes „Zilinski ist tot“ – in Form eines Stationentheaters, bei dem sich die Zuschauer als leicht makabre Trauerprozession inklusive Sarg zu den verschiedenen Schauplätzen bewegten, begleitet von thematisch passenden Songs von Vera Aggeler. Als Finale wurde an die Rochuskapelle eine Collage von Passanten in der Wangener Fußgängerzone projiziert, die ebenfalls die Nachricht vom toten Zilinski aufgriffen.
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von Andreas Schiblermit Reinhard Böhm, Hajo Fickus und Monika Schüler 
In "Terroristen" treffen ein General und ein Terrorist in einem Zug zusammen; das 5minütige Stück war einer der Siegertexte des Minidramen-Wettbewerbs der Theatertage Aarau 2010 und wurde dort von uns uraufgeführt.
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von Reinhard Böhm, Hajo Fickus, Eva Ruch, Andreas Schibler und Hans Magnus Enzensbergermit Reinhard Böhm, Hajo Fickus, Hartwig Kienast und Monika Schüler
Unter dem Motto „Makaber !!!“ präsentierte die Theatergruppe Kiesel als Beitrag zur 8. Wangener Kulturnacht diesmal eine Reihe von Kurzstücken von nur wenigen Minuten Dauer. Vorlagen für die grotesk-bizarren Minidramen waren zum einen Texte der Kiesel-Mitglieder Reinhard Böhm und Hajo Fickus über ein in Psycho-Stress umkippendes Vorstellungsgespräch („Thema verfehlt“) oder über einen überengagierten Gefängniskoch („Ein Glas Wasser“). Hajo präsentierte daneben solistisch einen Text der Kemptener Autorin Eva Ruch über die Entsorgung eines mysteriösen Sacks („Treib-Gut“) und zusammen mit Reinhard Böhm und Monika Schüler das Kurzstück „Terroristen“ von Autors Andreas Schibler.
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