Geschichten und Anedokten
Es sollte eine einmalige Theateraufführung für die Weihnachtsfeier des Kindergartens sein. Schnell war das Stück "Rumpelstilzchen" ausgesucht. Die Rollen wurden verteilt, der Text zusammengeschrieben und das Bühnenbild auf Bettlaken gemalt. Nun konnte mit den Proben begonnen werden. Schnell stellte sich heraus, dass wir das Rezept zum Goldspinnen nicht hatten. Gemeinsam konnten wir das Problem lösen und es folgte unser 1. Trick - aus Stroh wurde Gold. Da wir echtes Stroh genommen hatten, konnten wir nachher überall die Strohhalme aufsammeln Als wir im darauf folgenden Sommer im Rahmen der Ferienspaßaktion "Rumpelstilzchen" wiederholt haben, beschlossen wir, in der Vorweihnachtszeit wieder ein Theaterstück für die Kindergartenkinder aufzuführen. Kerstin, Frauke und Sonja konnten wir für das Theaterspiel begeistern. Für "Die kleine Hexe" benötigten wir nämlich noch ein paar Hexen. Frauke und Kerstin durften dann auch noch das Umkleiden in Sekundenschnelle einüben, da sie jeweils drei Rollen übernahmen. Beinahe wäre Schütze Bredemeier aber doch noch mit dem Oberhexenrock aufgetreten. Es folgte unser 2. Trick - es regnete Mäuse und die Hexenbesen und Hexenbücher flogen ins Feuer. In der 3. Saison luden wir die Zuschauer in den Orient ein. Aladin hatte nicht nur eine Wunderlampe, sondern er flog auch auf einem Teppich. Unser Problem bestand darin, einen fliegenden Teppich zu organisieren. Eine Woche vor unserer Premiere hatten wir immer noch keinen Teppichhändler ausfindig gemacht, der uns ein fliegendes Exemplar besorgen konnte. Also mussten wir improvisieren - unser 3. Trick. Dies ist uns so gut gelungen, dass erwachsene Zuschauer uns nach der Vorführung gefragt haben, wie wir diese Illusion produziert haben.
Unser Neuzugang Terese war schon bei den Proben so aufgeregt als Geist des Ringes, dass sie ihren einzigen Satz immer wieder vergessen hat. Steffi als Aladins Mutter hatte schon viele blaue Flecken vom dauernden Inohnmachtfallen.
Als der böse Zauberer Sabine zum Puklikum meinte, Frauen seinen immer zickig, weil die Prinzessin ihn nicht heiraten wolle, rief ein pfiffiger kleiner Zuschauer "Du bist ja selber eine Frau!"
Sultan Marita bekam von seinem Diener solch schokoladige Pralinen, dass erst einmal die Bauchtänzerin Melanie auftreten musste bevor es im Text weitergehen konnte. Für die nächste Vorstellung wurden die Pralinen ausgetauscht.
Mit Hilfe der rollenden Stellwände, die uns Herr Clausing gezimmert hat, konnte auch das Schloss auf die Bühne gezaubert werden.Stefanie hat eine Geschichte von einem Mädchen und einem Drachen geschrieben. Uns gefiel die Geschichte so gut, dass wir daraus einer erstes selbstgeschriebenes Theaterstück produzierten. Gemeinsam schrieben wir rund um das Mädchen und den Drachen das Textbuch. Dabei berücksichtigten wir auch die lustigen und kuriosen Seiten des Dorflebens. Der hintergründige Witz war auch für die großen Zuschauer sehr amüsant. Für Ria, die erst nach den Sommerferien zu uns kam, wurde kurzerhand die Rolle des Trolls Zwölf dazugedichtet. Steffi hat solch ein tolles Drachenkostüm kreiert, dass sie ihn auch gleich spielen durfte. Unser 4. Trick - Der Titel "Das goldene Amulett machte viele neugierig.
Unsere Requisite Schokoladenkuchen fand bei einem kleinen Zuschauer Zuspruch. Für die nächste Vorstellung musste der Kuchen mit viel Schokoladenguss geflickt werden.Unsere Entscheidung, das "Gespenst von Canterville" zu spielen, bereuten viele von uns nach den Sommerferien. Nun war es aber zu spät für eine andere Auswahl. Trotz vieler Zweifel wurde es unser erfolgreichstes Stück. Zum ersten Mal setzten wir Geräusch- und Lichteffekte ein. Mit Unterstützung durch Georg Niemann konnten wir die Bühne in verschiedenen Farben erleuchten lassen. Unser 5. Trick - für die erste Szene kamen die Schauspielerinnen durch den Zuschauerraum. Der Vorhang wurde erst für die 2. Szene geöffnet. Bei jeder der fünf Vorstellungen ging dann einen Raunen durch die Zuschauerreihen, weil das Dorfgemeinschaftshaus kaum wiederzuerkennen war.
Bei der Sonntagnachmittagsvorstellung ging es dann wirklich gespenstig zu. Die Fenster im Zuschauerbereich wurden zwecks Verdunklung mit Tapete zugeklebt. Passend zum Auftritt des Gespenstes fielen die Tapeten von den Fenstern, so dass einigen Zuschauern ein Schauer über den Rücken lief.
Bei der letzten Vorstellung für die Schulkinder hatten die Zwillinge Frauke und Petra Gelegenheit ihr schauspielerisches Talent unter Beweis zu stellen. Das Otis-Gespenst wollte einfach nicht auf dem Lehnstuhl sitzen bleiben. Hinter der Bühne mussten sich die übrigen Schauspielerinnen das Lachen verkneifen.